Getränke zur Brotzeit: Radler, Almdudler, Weißwein

Eine gute Brotzeit braucht das richtige Glas daneben. Nicht weil es der Knigge verlangt — sondern weil das falsche Getränk den schönsten Bergkäse plattmacht und das richtige ihn erst richtig aufblühen lässt.

Hier ein ehrlicher Überblick: was ins Glas gehört, wann, und warum.

Bergkäse würzig - TIROLISH

Radler zum Speck und zur Kaminwurzen

Karreespeck ist der magerste, feinste Schnitt — mit wenig Fett, aber viel Würze. Dazu passt ein gut gekühltes Radler (halb Bier, halb Zitronenlimonade): die Kohlensäure reinigt den Gaumen, die Zitrusnote schneidet durch die Röstaromen des geselchten Fleisches.

Gleiches gilt für Kaminwurzen — die trockene, kräftige Rohwurst braucht etwas Prickelndes dagegen. Ein Radler mit 0,2–0,3 l pro Person ist hier genau richtig: es begleitet, ohne zu übertönen.

Was trinkt man zur Brotzeit, wenn man es unkompliziert halten will? Radler. Immer eine gute Antwort.

Almdudler zum Heublumenkäse

Heublumenkäse reift in einer Hülle aus Alpenblumen und -kräutern — der Duft ist sanft blumig, der Geschmack mild und süßlich-würzig. Almdudler ist die logische Begleitung: die Kräuternoten im Getränk spiegeln, was der Käse schon mitbringt.

0,2 l zur Jause, eiskalt, reicht vollkommen. Kein Alkohol, keine Ablenkung — nur Kräuter auf Kräuter.

Weißwein zum Bergkäse aus dem Zillertal

Bergkäse aus dem Zillertal, mindestens 12 Monate gereift, hat es in sich: salzig, nussig, mit einer leichten Schärfe am Abgang. Genau hier spielt ein leichter Grüner Veltliner oder ein Weißburgunder seine Stärken aus. Die frische Säure hebt das Salz an, ohne es zu überdecken.

Ein Zillertaler BergSenn mit einem gut temperierten Weißburgunder (8–10 °C, 0,2 l pro Person) — das ist kein Kompromiss, das ist eine Entscheidung. Wein zu Bergkäse funktioniert nur, wenn der Wein schlank bleibt. Schwere, tanninreiche Rotweine überdecken den Käse fast immer — außer der Käse selbst ist sehr kräftig und lang gereift. Im Zweifel: Weiß.

Zillertaler BergSenn Bockshornklee - tirolish

Alkoholfrei: Holunderblüten- oder Preiselbeer-Sirup

Wer keinen Alkohol trinkt, greift am besten zu hausgemachten Sirup-Schorlen. Ein Spritzer Hollerblüten-Sirup mit stillem Wasser (Verhältnis ca. 1:6) bringt einen feinen Blütenduft ins Glas, der zu mildem Käse und Brot wunderbar passt.

Wer es lieber herb-fruchtig mag: Preiselbeer-Sirup Grantnwassal mit kaltem stillem Wasser — die Säure der Preiselbeere macht das Gleiche wie der Weißwein beim Käse: sie trägt den Geschmack, anstatt ihn zuzudecken.

Auch hier: 0,2–0,3 l pro Person zur Brotzeit, nicht zu viel auf einmal — es geht ums Begleiten, nicht ums Durchspülen.

Was beim Wein zu meiden ist

Rotwein zur Brotzeit klingt gut, funktioniert aber nur bei sehr kräftigen, lang gereiften Käsen. Ein junger Merlot zum milden Schnittkäse oder zum Speck macht beides schlechter — die Tannine reagieren mit dem Milchfett, das Ergebnis wirkt metallisch und flach.

Wenn Rotwein, dann zu einem kräftigen Hartkäse. Und selbst dann: lieber leicht, lieber fruchtig, niemals zu warm serviert.


Den großen Überblick zur Tiroler Brotzeit — von der richtigen Reihenfolge auf dem Brett bis zu den besten Zutaten — findest du in unserem Haupt-Artikel zur Tiroler Brotzeit. Für zwei Personen gibt es konkrete Brett-Vorschläge in unserem Artikel zum Brotzeitbrett für zwei. Und wer beim Käse noch unsicher ist, was zusammenpasst: der Einstieg in die Brotzeit-Käsewelt hilft weiter.

Griaß di — und auf ein g’schmackigs Glas zur nächsten Jause.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert